Interview: Die neue Hastamat Maschinenserie - KBM Kompaktbeutelmaschine
5 Fragen an Volker Dersch (technischer Leiter bei Hastamat)
Seit 2022 ist Volker Dersch Prokurist und technischer Leiter bei Hastamat. Als ausgewiesener Branchenkenner und Experte für Verpackungstechnik verantwortet er die Entwicklung praxisnaher, leistungsstarker Lösungen – gestützt auf die Erfahrung aus über 650 erfolgreich realisierten Anlagen und Projekten im Markt.
(v.l.n.r. Olaf Piepenbrock, Arnulf Piepenbrock, Volker Dersch)
Frage 1: Herr Dersch, Sie haben die neue KBM bei Hastamat maßgeblich entwickelt. Was war die zentrale Idee hinter der Wiederaufnahme der Maschine im Maschinenprogramm, welche Anforderungen am Markt mussten erfüllt werden?
Volker Dersch: Die neue KBM ist aus einem ganz klaren Anspruch entstanden, die vertrieblich bestandende Lücke in unserem Maschinen-Programm wieder zu schließen und bestehende Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Hier war die ganz klare Vorgabe: standfähige Klotzbodenbeutel zu produzieren – mit exakt ausgeformtem Beutelboden und einer sehr hochwertigen Produktpräsentation über unterschiedliche Kopfnahtausführungen. Gleichzeitig sollte die Maschine im Alltag maximal praktikabel sein: schnell zugänglich, sauber zu reinigen und stabil im Prozess. Was ich am Markt oft gesehen habe: Entweder bekommt man Flexibilität, oder man bekommt Bedien- und Wartungsfreundlichkeit – selten beides. Bei der KBM haben wir das zusammengebracht: Flexibilität bei Beuteldesign und Befüllung plus ein Konzept, das in der Produktion wirklich Zeit spart und Stillstände reduziert.
Frage 2: Sie bringen jahrelange Erfahrung aus der Konstruktion dieses Maschinentyps mit und kennen typische Schwachstellen im Wettbewerb. Welche „Fehler“ wollten Sie bewusst vermeiden – und wie zeigt sich das in der KBM?
Volker Dersch: Ein Klassiker ist mangelnde Zugänglichkeit: Wenn ich für Reinigung, Wartung oder Formatwechsel erst Verkleidungen demontieren oder mich durch Streben im Formatbereich „durcharbeiten“ muss, wird jede Kleinigkeit groß. Deshalb haben wir bei der KBM konsequent auf schwenkbare Schutztüren gesetzt – das ist für mich einer der größten Praxisvorteile. Maximale Zugänglichkeit, und wichtig: keine störenden Streben im Formatbereich. Der zweite Punkt umfasst Hygienegedanke, Alltagstauglichkeit und Langlebigkeit. Wir haben ein optimiertes Hygienedesign mit abgerundeten Rahmenkomponenten umgesetzt und setzen auf lackfrei eloxierte Aluminium- und Edelstahlkomponenten. Das ist nicht nur praxisorientiert, das ist robust, reinigungsfreundlich und auf Dauer einfach wirtschaftlich. Und drittens: Komplexität in der Steuerung. Wir arbeiten mit Standard-Steuerungskomponenten und einer IPC-Steuerung mit großem Touch Screen – das macht Bedienung, Service und Integration im Prozess deutlich einfacher.
Frage 3: Die KBM wird als flexibler, günstiger und besser zugänglich beschrieben. Wie lösen Sie diesen Spagat – und welche Vorteile hat der Kunde ganz konkret?
Volker Dersch: „Flexibler“ bedeutet bei uns: Füllvolumen von bis zu 5 l pro Beutel bei maximalen Beutelabmessungen. „Günstiger“ erreichen wir nicht über Abstriche an der Beutelqualität, sondern über intelligente Konstruktion: Standardisierung in der Steuerung, klare Modulbauweise und eine Maschine, die sich im Betrieb effizient warten lässt. Und „besser“ ist am Ende messbar am Ergebnis: Die KBM liefert hochwertige, standfeste Beutel, die häufig vorgefertigte Beutel ersetzen können – das ist ein direkter Hebel zur Kostenreduzierung.
Frage 4: Was kann die KBM technisch – worin liegt die Flexibilität bei Leistung, Beuteldesign und Befüllung?
Volker Dersch: Die KBM ist in Simplex- und Duplex-Ausführung verfügbar. In der Simplex-Ausführung sprechen wir von bis zu 100 Beutel/min, in der Duplex-Ausführung von bis zu 160 Beutel/ min – abhängig von Produkt, Folie und Design. Sehr wichtig ist die Flexibilität rund um Befüllung und Produkt: Wir ermöglichen mehrere Befüllpositionen, damit man sich optimal an die Produkteigenschaften anpassen kann. Für empfindliche Produkte ist das entscheidend, weil wir kurze Fallwege realisieren – das sorgt für eine schonende Produktbehandlung und stabile Prozesse speziell in Kombination mit unseren Dosier- und Zuführsystemen. Bei den Beuteldesigns ist die KBM extrem vielseitig: Kopfnaht variabel mit Optionen wie Aufreißschlitz, Euroloch, Konturschnitt oder Peel-Ausführung. Wiederverschluss mit Etikett oder Klebestreifen, Clip oder Tin-Tie. Und unterschiedliche Beutelkopfformen sind nachrüstbar – das ist echte Zukunftssicherheit für neue Produktlinien.
"Das Gesamtpaket: Wir liefern auf Wunsch die komplette Anlage aus einer Hand – KBM-Maschine plus eigene Dosiersysteme wie z.B. unsere Mehrkopfwaagen sowie andere Befüllsysteme, und wir können unterschiedliche Dosierungen integrieren."
Frage 5: Welche „Alltagsdetails“ machen für Sie den Unterschied – und wohin entwickeln Sie die KBM weiter?
Volker Dersch: Für mich sind es drei Dinge: Zugänglichkeit, Hygiene und Prozessstabilität. Wenn eine Maschine so gebaut ist, dass man sie gerne wartet und schnell sauber bekommt, steigt die Verfügbarkeit automatisch. Das Hygienekonzept mit abgerundeten Komponenten sowie Aluminium/Edelstahl komplett ohne Lack ist da ein echter Vorteil. Zweitens: Prozessfeatures, die im Betrieb Sicherheit geben – zum Beispiel Niveau-/Überfüllungssensorik, Ionisierung und je nach Ausführung Lösungen zum Absaugen oder Wegblasen von Abschnitten inkl. Auffangbehälter. Das sind keine „Gimmicks“, sondern Bausteine für stabile Produktion. Und drittens: das Gesamtpaket. Wir liefern auf Wunsch die komplette Anlage aus einer Hand – KBM-Maschine plus eigene Dosiersysteme wie z.B. unsere Mehrkopfwaagen sowie andere Befüllsysteme, und wir können unterschiedliche Dosierungen integrieren. Das reduziert Schnittstellen, Abstimmungsaufwand und Inbetriebnahmezeit. Weiterentwicklung? Ganz klar: noch schnellere Umrüstkonzepte, noch mehr Assistenz für den Bediener – und weitere Optionen, um neue Kopfnaht- und Beuteldesigns effizient umzusetzen. Das Design ist dafür ausgelegt. Wir arbeiten mit unseren Kunden zusammen und nehmen die Feedbacks ernst - nur so können wir erfolgreich in die Zukunft blicken.